Aus derselben Wunde
Seit ihre kleine Schwester in ihren Armen verhungerte, hat Rin das Lächeln verlernt und nur den Hass behalten. Zwölf Jahre später betritt sie die schwebende Götterstadt, wo Tausende in den Schicksalsspielen um ihr Leben kämpfen und nur ein Einziger überlebt. Rin trägt ein Ziel mit sich, das niemand erfahren darf. Doch der gebrochene Kronprinz Nyden, der hinter jedem Lächeln seine Angst verbirgt, kommt ihr gefährlich nahe. Genau wie Aengus, der einsame Gott der Liebe, der das Fühlen längst aufgegeben hat. Während um sie herum die Streiter fallen, begreift Rin, dass Rache und Sehnsucht aus derselben Wunde bluten. Erzählt aus drei Stimmen, getragen von keltischer Mythologie und einer Prophezeiung, deren Preis das eigene Herz ist
Der Kronprinz von Valdrath ist achtundzwanzig und lächelt immer, am breitesten dann, wenn in ihm gerade etwas zerbricht. Sein Galgenhumor ist sein bester Schild. Dahinter verbirgt er eine Angst, die er nicht einmal sich selbst eingesteht. Er wurde zum Töten erzogen, muss aber nach jedem Mord würgen. Wenn es nach ihm ginge, wäre er Tierheiler geworden und hätte nie eine Waffe in die Hand nehmen müssen.
Nyden
Rin ist zweiundzwanzig und lächelt nie. Seit dem Tod ihrer Schwester treibt sie nur noch die Rache. Ihren Lebensunterhalt verdient sie sich damit, Medizin und Gifte für jeden zu mischen, der dafür bezahlt. Ihr Mundwerk ist so dreckig, dass jeder Hafenarbeiter erröten würde. Mit Liebe hat sie nichts am Hut. Scheinbar.
Rin
Aengus ist achttausend Jahre alt und müde bis auf die Knochen. Im Laufe der Zeit hat er das Fühlen verlernt und seine Gefühle an einen Ort weit weg von seinem Herzen verbannt. Seine Sätze tropfen vor Spott, doch wer genau hinhört, erkennt die Einsamkeit darunter. Als Gott der Liebe durchschaut er jedes fremde Gefühl auf den ersten Blick. Ausgerechnet seine eigene Liebe bleibt ihm verborgen.
Aengus